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Filmabend 2026 - Einmal Manhattan und zurück

ManhattenDie Vielfalt der Wolkenkratzer rund um das neue World Trade Center hat Bernd Pranschke in „Winter ade in Manhattan“ festgehalten. © Michael Prochnow

Film-Foto-und Videoclub entführt an besondere Orte

Hanau – Vom Olof-Palme-Haus per Flusskreuzfahrt ins Parlament von Budapest, in die Folterkammer von Schloss Glückburg oder ins neue World Trade Center. Wie das? Dank der Mitglieder des Film-, Foto- und Videoclubs (FFV) Hanau. Sie waren an diesen Orten und haben ihre Impressionen am Samstag beim Filmabend gezeigt.

Helmi Hansen steht an der Spitze der 21 Mitglieder. Einige kennen den Verein noch als Interessengemeinschaft Hanauer Film-Amateure, die im Februar 1957 gegründet wurde, erinnert die Vorsitzende. Als FFV wurde die Gemeinschaft vor 50 Jahren ins Vereinsregister eingetragen. Die Aktiven haben mit der rasanten Entwicklung der Medientechnik Schritt gehalten.

„Es war einmal“, beginnt Günther Pompes Märchen aus der „guten alten Zeit“. Mit seiner Frau Hildegard entführt der Anfang des Jahres verstorbene Künstler in das ländliche Leben des 19. Jahrhunderts und stellt den Alltag jener Epoche recht idyllisch dar. Sprecherin Hansen würdigt den „verschmitzten Humor“ des Verstorbenen, der auch Satire beherrschte. Er zählte zu jenen, die Dia-Shows mit drei Projektoren und präziser Überblendtechnik präsentiert haben.

Detlef und Christel Werner waren mit einem Hotelschiff unterwegs und dokumentieren ihre Reise in die ungarische Hauptstadt über 1700 Kilometer
und durch vier Länder mit einem zehnminütigen Zusammenschnitt. 

Das Duo konzentriert sich auf spektakuläre Perspektiven aufs drittgrößte Parlament der Welt mit 700 Räumen. Auch den Burgpalast, die Markthalle und die Kettenbrücke, die Buda und Pest verbindet, setzt der Wohnmobil-Fan in Szene. Den Rodenbachern gelangen eindrucksvolle Nachtaufnahmen. Sie
unterlegten sie mit passender Instrumentalmusik, zügige Bildwechsel inklusive.

Das gilt auch für die Vorstellung des Wasserschlosses Glücksburg durch Dieter Minder. Der Filmemacher zeigt festlich gedeckte Tafeln und elegante
Gäste-Puppen, Kinder, die in den Museums-Filzpantoffeln übers Parkett schlittern. Im Keller stehen gruselige Folterinstrumente wie ein Stuhl mit
Stahlspitzen. Ob er zur selben Zeit genutzt wurde, während im Stockwerk darüber Paare zur Musik das Tanzbein schwangen?

„Winter ade in Manhattan“ hat Bernd Pranschke auf der Südspitze der New Yorker Halbinsel festgehalten. Seine Motive sind Schneereste, joggende Einwohner und die Vielfalt der Wolkenkratzer rund um das neue World Trade Center. Auch hier gelingt der Umschnitt in einem angenehmen Rhythmus für den Zuschauer, die Kombination aus Architektur und menschlichem Stilleben in der Februar-Sonne.

„Welchen Einfluss hat die Vielzahl täglicher Quizsendungen im TV?“ Reinhold Gessner beantwortet diese Frage innerhalb von 60 Sekunden sehr humorvoll. Nach der Pause öffnen Edith und Manfred Beuttel den japanischen Garten in Kyoto und beleuchten eine Teezeremonie. Thomas, der seinen Nachnamen als ehemaliger Profi beim HR nicht nennen möchte, hat die farbenprächtigen Höhepunkte von Kapstadt ins Visier genommen. Durch Wasser-, Genuss-, Kultur- und Sonnengarten auf der Landesgartenschau 2023 in Fulda ist Christel Sperling mit der Kamera spaziert. Klaus Wilkering hat sechs junge Christen in Indonesien besucht, die 1990 zu Gast in Hanau waren. Für seine Reportage ist das FFV-Mitglied bei den Amateur-Film-Festspielen mit „Silber“ ausgezeichnet worden.

Alle Beiträge bündeln Begeisterung und Leidenschaft, zeigen auch viel Erfahrung in Sachen Schnitt und Nachbearbeitung mit Musik und Kommentaren. Das erkennt auch Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Borowski. Neben dem technischen Können sei ein „gutes Auge“ wichtig, um das Publikum für seine Geschichte zu gewinnen.

MICHAEL PROCHNOW

Montag, 28. September 2026, Offenbach-Post / Hanau